Kurz gesagt:
Achtsamkeit und Meditation sind eng miteinander verbunden, aber nicht dasselbe. Achtsamkeit beschreibt eine bewusste, gegenwartsorientierte Haltung gegenüber dem eigenen Erleben, das darin besteht, dass die gesamte Aufmerksamkeit auf den gegenwärtigen Moment gerichtet ist. Dadurch werden Aufmerksamkeit, Bewusstheit und Präsenz immer weiterentwickelt.
Meditation ist eine Übung die sehr viele Formen hat. Auch hier geht es immer um den gegenwärtigen Moment, das Hier und das Jetzt, doch die Praxis der Meditation führt weiter und tiefer als die Praxis der Achtsamkeit. Hier geht es um eine kontinuierliche Ausdehnung des Bewusstseins, bis zur Erfahrung von Essenz. Beide Ansätze können sich daher sinnvoll ergänzen und zu persönlicher, sowie spiritueller Entwicklung beitragen.
Achtsamkeit und Meditation: oft verwechselt, aber nicht dasselbe
Achtsamkeit und Meditation gehören heute zu den bekanntesten Begriffen rund um innere Entwicklung, psychische Gesundheit und spirituelle Praxis. Häufig werden beide Begriffe synonym verwendet. Doch sind sie tatsächlich dasselbe?
Die kurze Antwort lautet: Nein. Achtsamkeit und Meditation sind eng miteinander verbunden, aber nicht identisch.
Achtsamkeit versus Meditation – der Unterschied auf einen Blick
| Achtsamkeit | Meditation | |
| Was es ist | Eine bewusste Haltung und Qualität des Wahrnehmens | Eine gezielte Übung bzw. ein Übungsweg |
| Beschreibt eher | … das „Wie“ des Wahrnehmens | … den bewussten Übungsweg |
| Wo | überall im Alltag möglich | meist in einem geschützten Übungsraum |
| Wann | grundsätzlich in jedem Moment | in bewusst gewählten Übungszeiten |
| Ziel | den Moment klar, offen und ohne vorschnelle Bewertung erleben | Aufmerksamkeit, Bewusstheit und innere Präsenz entwickeln |
| Verhältnis | kann in der Meditation entstehen und im Alltag praktiziert werden | kann Achtsamkeit fördern, umfasst aber auch andere Methoden |
Was ist Achtsamkeit?
Achtsamkeit bedeutet, die Aufmerksamkeit bewusst auf das gegenwärtige Erleben zu richten. Dazu gehören beispielsweise Gedanken, Gefühle, Körperempfindungen, Geräusche oder die Wahrnehmung der eigenen Umgebung. Entscheidend ist dabei nicht nur, was wir wahrnehmen, sondern wie wir wahrnehmen und Achtsamkeit bedeutet, Erfahrungen möglichst unmittelbar wahrzunehmen, ohne sie zu verändern, zu bewerten oder zu verdrängen.
Auch unangenehme Erfahrungen gehören dazu. Achtsamkeit bedeutet nicht, negative Gefühle wegzumeditieren. Angst, Trauer, Ärger oder Unsicherheit können ebenfalls bewusst wahrgenommen werden. Achtsamkeit ist nicht an einen bestimmten Ort gebunden. Sie kann beim Gehen, Essen, Arbeiten, Zuhören oder im Gespräch mit einem anderen Menschen praktiziert werden.
Achtsamkeit im Alltag: Beispiel Kaffeetrinken
Ein einfaches Beispiel: Jemand sitzt morgens mit einer Tasse Kaffee am Fenster. Im gewöhnlichen Alltag kann es passieren, dass der Körper zwar dort sitzt, die Gedanken aber bereits bei der Arbeit, beim nächsten Termin oder bei einem ungelösten Problem sind. Achtsamkeit bedeutet in diesem Moment, bewusst wahrzunehmen: Wie schmeckt der Kaffee? Welche Gedanken sind gerade da? Was fühle ich im Moment? Was sehe und höre ich hier? Und ganz einfach: Spüre ich meinen Atem, meinen Körper?
So kommen wir in der Gegenwart an. Der Verstand hingegen ist mit der Vergangenheit oder der Zukunft beschäftigt. Er denkt nach über das was war oder das, was vielleicht kommen wird, er plant oder kreiert Sorgen. Auf diese Weise hält er uns die meiste Zeit vom Erleben des gegenwärtigen Moments ab. Doch das Hier und das Jetzt zu erleben, d.h. präsent zu sein, ist das Wesentliche, worauf es ankommt, denn unser Leben findet immer und nur in der Gegenwart statt.
Alles andere sind Gedanken, Bilder, Phantasien. Man spricht hier von der „Konsens-Trance“ einem Bewusstseinszustand in dem wir nicht wirklich anwesend sind. Achtsamkeit löst uns aus diesem unbewussten Zustand und lässt uns bewusst am Leben teilhaben.
„Achtsamkeit ist das Wunder, mit dessen Hilfe wir uns selbst in der Hand haben und uns immer wieder neu „sortieren“, „neu „einstellen“ können. Sie ist ein Wunder, das mit einem Schlag unseren zerstreuten Geist zurückrufen kann, ihn wieder ein Ganzes werden lässt, so dass wir jede kostbare Minute unseres Lebens wirklich leben können.“
Thich Nhat Hanh
Wenn Thich Nhat Hanh hier von einem Wunder spricht, so ist Achtsamkeit gleichzeitig ein großes Geschenk, durch das wir ein tieferes und reicheres Leben erfahren können – und dies gilt auch für die Meditation.
Ist Achtsamkeit eine Form der Meditation?
Das Gemeinsame beider Wege
Achtsamkeit ist eine Qualität von Bewusstheit, die grundsätzlich in jedem Moment angewandt und entwickelt werden kann. Wir sind präsent, in der Gegenwart. Wir können Achtsamkeit als eine der Formen der Meditation verstehen und gleichzeitig als Türe zu den vielen Formen der Meditation.
Auch die tieferen Ebenen der Erfahrung in der Meditation haben als Basis die Fähigkeit, das Bewusstsein ganz auf den gegenwärtigen Moment zu richten. Insofern können wir Achtsamkeit als Grundlage für jede Art von Meditation betrachten.
Das Gemeinsame von Achtsamkeit und Meditation liegt an folgenden drei Merkmalen:
- Entspannung
- Bewusstheit = Präsenz
- Nicht Bewerten = Wertfreie Wahrnehmung
Was ist Meditation?
Definition und die wichtigsten Formen
Meditation ist ein Sammelbegriff für unterschiedliche Methoden und Übungsformen, die der Entwicklung von Gewahrsein, innerer Ruhe, Bewusstheit oder Selbst-Erkenntnis dienen können.
Meditation kann beispielsweise darin bestehen, den Atem zu beobachten, ein Mantra zu verwenden, Körperempfindungen wahrzunehmen, das Herz zu spüren, liebevolle Verbundenheit oder Mitgefühl zu entwickeln oder die Aufmerksamkeit offen auf das gesamte gegenwärtige Erleben zu richten.
So gibt es verschiedene Arten der stillen Sitzmeditation wie Vipassana oder Za-Zen. Weitere Formen sind z.B. die Gehmeditation, Chakra-Meditation, Tanzmeditation, Herzmeditation, Hara-Meditation. Alle diese genannten Formen und weitere sind Teil der Ausbildung für Meditationslehrer*innen. In dieser Ausbildung werden alle wesentlichen Formen der Meditation vermittelt.
In unserer Homepage sind die Anleitungen einiger Grundformen der Meditation beschrieben, so dass du damit beginnen kannst.
Meditation in den Traditionen: Buddhismus, Sufismus, christliche Mystik
Auch die Ziele und Traditionen der Meditation sind sehr unterschiedlich. In manchen Ansätzen steht die Beruhigung des Geistes im Vordergrund, in anderen die Entwicklung von Mitgefühl, Innerem Frieden, von Körperbewusstsein oder von Raumbewusstsein. Spirituelle Meditationswege können darüber hinaus Fragen nach dem eigenen Wesen, dem Bewusstsein und der Erfahrung von Verbundenheit, bis hin zur Erfahrung der Einheit mit allem in den Mittelpunkt stellen.
Es gibt Meditationen aus den verschiedenen spirituellen Traditionen, wie im Buddhismus, Hinduismus, im Islam die Sufi Meditation (Sufismus), Meditationen der christlichen Mystik oder – der jüdischen Mystik.
Meditation ist ein Übungsfeld mit vielen unterschiedlichen Methoden, Übungen, Themen und Traditionen.
Wie entwickelt Meditation das Bewusstsein?
Das wesentliche Anliegen der Meditation ist eine immer weiter und tiefer gehende Entwicklung des Bewusstseins. Auf der Seite Meditation und Bewusstsein des Instituts für Spirituelle Psychologie wird diese Entwicklung aus einer Perspektive betrachtet, die psychologische Erkenntnisse mit spiritueller Praxis verbindet.
Die Grundelemente jeder Form der Meditation sind die Fähigkeit passiv empfänglich, zu sein für alle Erfahrungen also eine uneingeschränkte Offenheit und damit das Loslassen jeder Erwartung oder eines Ziels. Jede Erfahrung wird angenommen und keine Erfahrung wird bewertet.
Übung: Was nehme ich in diesem Moment wahr?
Welche Inhalte sind im Moment im Bewusstsein, z.B.: Mein Atem, mein Körper, Was denke ich, was fühle ich z.B. wie reagiere ich, wenn mich jemand kritisiert? Was ich sehe, was höre ich?
Kann ich wahrnehmen, dass Ärger in mir entsteht, bevor ich sofort darauf reagiere?
Bin ich präsent, während mir ein Mensch etwas Wichtiges erzählt?
Kann ich einen schwierigen Gedanken beobachten, ohne ihn weghaben zu wollen und ohne mich vollständig mit ihm zu identifizieren?
So können wir dem Verstand zuhören, aber wir brauchen nicht alles zu glauben, was er sagt! Wir hören auf seine guten Ratschläge, auf seine Kritik, auf seine Ideen, seine Wünsche, aber wir können sie auch prüfen und herausfinden, was wir davon annehmen und was wir wirklich wollen. Und das sagt uns dann die Intuition, die jenseits des Verstandes angesiedelt und mit dem Herzen verbunden ist.
Vom Reagieren zum Antworten:
Meditation erweitert die Wahrnehmung
So kann Meditation eine grundlegende Veränderung der Beziehung zum eigenen Erleben sowie auch zur Beziehung mit uns selbst ermöglichen. Statt jeden Gedanken für eine Tatsache und jedes Gefühl für eine unmittelbare Handlungsaufforderung zu halten, entsteht zunehmend die Fähigkeit, innere Vorgänge bewusst wahrzunehmen. Dann haben wir die Wahl auf Situationen nicht mehr automatisch zu reagieren, sondern bewusst darauf zu antworten.
Auf diese Weise wird das Feld möglicher Erfahrungen weiter und tiefer und ist damit ein Prozess der keine Grenzen kennt. Meditation führt zu einer kontinuierlichen Ausdehnung unserer Wahrnehmung.
Identifikation mit Gedanken lösen:
der Beobachter in uns
Damit sind wir beim nächsten Schritt der Meditation Dies ist die Fähigkeit, Gedanken, Empfindungen und Gefühle wahrzunehmen und die Identifikation mit ihnen aufzulösen. Auf diese Weise sind wir nicht mehr mit dem Inhalt des Bewusstseins identifiziert und somit auf einer höheren Bewusstseinsebene. Wir sind im Beobachter, dem Zeugen, der alles wahrnimmt aber darübersteht und nicht Teil des Verstandes ist.
Es ist eine besonders eindrückliche Erfahrung, wenn uns der Beobachter zum ersten Mal begegnet. Ich erinnere mich noch gut daran, als ich das erste Mal bewusst Zeuge meiner Gedanken wurde. Ich war eine Woche lang allein am Fuße des Himalayas in Nepal gewandert. Am nächsten Tag stieg ich in Pokhara in einen Bus. Als ich dann entspannt im Bus nach Delhi saß, hörte ich plötzlich eine Stimme im Kopf sprechen und konnte zuhören, was sie sagte. Doch was die Stimme sprach, war in diesen Minuten nicht so wichtig wie die überraschende Tatsache, dass ich zum ersten Mal einfach zuhören konnte, da war „Jemand“, der zuhörte. Das war vor über 40 Jahren.
Zu dieser Bewusstseinsebene sagte Eckhart Tolle:
„Die Freiheit beginnt mit der Erkenntnis, dass du nicht ‚der Denker‘ bist. In dem Augenblick, in dem du den Denker zu beobachten beginnst, wird eine höhere Bewusstseinsebene aktiviert … Du erkennst, dass alles, was wirklich von Bedeutung ist – Schönheit, Liebe, Kreativität, Freude, innerer Frieden – seinen Ursprung jenseits des Verstandes hat.“
Wir sind im SEIN angekommen.
Kann man in der Meditation an nichts denken?
Die Stille jenseits der Gedanken
So kommen wir zu einer weiteren Vertiefung, einer Erfahrung in der der Verstand zur Ruhe gekommen ist und Gedankenfreiheit entsteht. Natürlich lässt sich diese Erfahrung, wie auch die vorher beschriebenen, nicht herstellen, sie kann aber spontan oder in einer Meditation entstehen.
Meditation heißt nicht, nichts mehr zu denken
Gedanken auszuschalten ist nicht möglich aber in tiefer Meditation ist es möglich, dass wir den Raum hinter den Gedanken erfahren, die Stille, ein zutiefst erfüllender Bewusstseinszustand.
Und so führt die Meditation ganz natürlich zur Frage:
Wer bin ich?
Selbsterkenntnis und Essenz
Eine grundlegende Frage auf dem spirituellen Weg ist die Frage „Wer bin ich“? Wenn wir eine Antwort auf diese Frage erhalten möchten, werden wir sie nicht auf der mentalen Ebene finden. Unser Verstand kann uns keine Antwort darauf geben, sondern nur die Meditation. Das Potenzial das jeder Mensch bei seiner Geburt mitbekommt ist die Möglichkeit der Selbsterkenntnis, was bedeutet zu erfahren, wer wir in Wirklichkeit sind.
Normalerweise identifizieren wir uns mit unserer Persönlichkeit, d.h. mit unserem Ich oder Ego. Doch es gibt eine wesentlich tiefere Ebene unserer Existenz als Mensch. Es ist dies die Ebene der Essenz oder unseres wahren Wesens, unserer wahren Natur. Manche nennen es auch das höhere Selbst. Auf dieser Ebene öffnen sich Bewusstseinsräume, in denen wir uns verbunden fühlen mit allem oder eins sind mit allem.
Teilnehmer*innen in unserer Ausbildung haben solche Erfahrungen beschrieben, die sie in einer Meditation erlebt hatten. So sagten sie z.B. „Ich war reine Liebe“ oder „Ich war einfach nur Licht“. Das ist noch ein weiterer Schritt als wahrzunehmen „ich erlebe bedingungslose Liebe“ oder ich bin mit Licht erfüllt.
Auflösung des Ichs: die Erfahrung der Einheit
Krishnamurti hat eine Erfahrung, die noch einen Schritt weiter geht, bis zur Auflösung des Ich, wie folgt beschrieben. Und in seinen Worten nimmt er uns mit in dieses Erlebnis:
„Du warst alles. Du warst das Licht und die Schönheit der Liebe. Aber „Du warst Teil von allem“ zu sagen ist auch wiederum falsch. Das Wort „Du“ ist nicht adäquat, weil du tatsächlich nicht da warst. Du existiertest nicht. Da war nur diese Stille, diese Schönheit, das außerordentliche Gefühl von Liebe.“
J. Krishnamurti
Der Weg der Selbsterkenntnis:
Meditation als Weg zur Essenz
Was wir hier nur kurz und zusammenfassend beschrieben haben, ist ein Prozess der inneren Entwicklung, den wir auch als den Weg der Selbsterkenntnis oder besser der Selbst-Erkenntnis bezeichnen können. Er ist ausführlich in meinem Buch: Bewusstseinswandel für die neue Zeit dargestellt.
Dieser Prozess der stetigen Ausdehnung und Vertiefung unseres Bewusstseins muss natürlich nicht wie oben dargestellt verlaufen, sondern kann davon verschieden sein. Je nach unseren Vorerfahrungen, unseren mitgebrachten Denk- und Verhaltensmustern, also unsere Programmierung sowie unsere Meditations-Praxis, hat jeder Mensch seinen eigenen Entwicklungsweg. Wir können ihn auch als Weg der Essenz beschreiben, denn es geht darum, unser wahres inneres Potenzial kennenzulernen und zu verwirklichen. S
ind wir nicht deshalb in diese Welt gekommen?
Wünscht sich nicht jeder Mensch ein erfülltes Leben zu erfahren? Und wie ist das möglich?
Vielleicht können wir dies mit den Worten des Dalai Lama beschreiben, die er einmal zum Glücklichsein gesagt hat:
„Der Schlüssel dazu, sich eines glücklichen
und erfüllten Lebens erfreuen zu können,
ist der Bewusstseinszustand.
Das ist das Wesentliche.“
Dalai Lama
Wie sieht eine nachhaltige Praxis aus?
Achtsamkeit und Meditation verbinden
Für manche Menschen stehen zunächst die Stressreduktion, Gesundheit und die bessere Selbstwahrnehmung im Vordergrund. Andere suchen mehr innere Ruhe. Wieder andere interessieren sich für ihre spirituelle Entwicklung, für die Vertiefung ihres Bewusstseins oder für Selbstakzeptanz. Es kann auch ein grundlegendes Anliegen zur Meditation führen, nämlich der Wunsch nach Erwachen, nach innerer Freiheit und der Erfahrung der Essenz.
Je nachdem können unterschiedliche Meditationsformen sinnvoll und hilfreich sein. Entscheidend ist jedoch nicht nur die Methode, sondern auch die Haltung, mit der sie praktiziert wird und die Bedeutung und die Wichtigkeit, die der Praxis zugemessen wird.
Eine nachhaltige Praxis kann aus mehreren Aspekten bestehen, z.B.:
- Im Alltag Achtsamkeit, Bewusstheit als Priorität
Auf dem Marktplatz des Lebens, im täglichen Alltag, die Aufmerksamkeit immer wieder auf den gegenwärtigen Moment richten: „Was nehme ich jetzt wahr?“ Dies führt schließlich zu einer Ausdehnung der Präsenz, zur essenziellen Präsenz. In diesem Bewusstsein erlebt man sich ganzheitlich als existenzielles Sein „Ich bin“. - Regelmäßig eine gewählte Form der Meditation anwenden
Am besten zunächst für 21 Tage eine bestimmte Form der Meditation praktizieren und dann entscheiden, ob man diese Form beibehalten möchte oder eine andere wählt. Die im Alltag entwickelte Präsenz wirkt sich auf die Meditation aus und umgekehrt und dehnt sich damit weiter aus. - Der Prozess der Vertiefung.
Mit zunehmender Erfahrung können sich weiterführende Fragen nach dem Bewusstsein, der innerer Freiheit, nach Verbundenheit oder dem eigenen Wesenskern stellen. So kann durch die Praxis der Meditation ein umfassender Entwicklungsweg entstehen, der immer weiter und tiefer, bis hin zur Essenz führt, zur wahren Natur.
Wie beginne ich mit Meditation und Achtsamkeit?
Wer diesen Weg gehen und weiter vertiefen möchte, kann mit einfachen Meditationsanleitungen beginnen oder sich intensiver mit den Grundlagen von Meditation und Bewusstsein beschäftigen.
Für Menschen, die Meditation weitergeben und gleichzeitig ihr eigenes Bewusstsein weiterentwickeln möchten, bietet das Institut für Spirituelle Psychologie eine zertifizierte Meditationslehrer-Ausbildung an.
Diese Ausbildung verbindet die beiden Perspektiven: psychologisches Fachwissen und eine über 30-jährige Erfahrung mit Meditation sowie spiritueller Praxis. Alle wesentlichen Formen der Meditation sowie das Leiten von Gruppen werden darin vermittelt.
Auch für Menschen, die ein Interesse daran haben ihre inneren Potenziale kennenzulernen und zu verwirklichen ohne sie weiterzugeben, ist diese Ausbildung eine wertvolle Möglichkeit.
Lies hier das Feedback von früheren Teilnehmern.
Meditation zu erlernen ist das größte Geschenk,
das du dir in diesem Leben machen kannst.
Sogyal Rinpoche
Häufige Fragen (FAQ)
Achtsamkeit ist eine bewusste Form der Wahrnehmung, bei der der gegenwärtige Moment möglichst aufmerksam und offen erlebt wird. Meditation ist eine gezielte Übung bzw. ein Übungsweg zur Entwicklung von Aufmerksamkeit, Bewusstheit und innerer Präsenz. Achtsamkeit kann Bestandteil einer Meditation sein, aber auch unabhängig davon im Alltag praktiziert werden.
Achtsamkeit selbst ist nicht ausschließlich eine Meditationsform. Sie kann durch bestimmte Meditationsübungen entwickelt werden und ist zugleich eine Haltung, die sich auf den Alltag übertragen lässt. Eine achtsamkeitsbasierte Meditation verbindet daher die formale Meditationspraxis mit der bewussten Wahrnehmung des gegenwärtigen Erlebens.
Ja. Achtsamkeit kann jederzeit im Alltag geübt werden, beispielsweise beim Gehen, Essen, Zuhören oder bei der Wahrnehmung von Gedanken und Gefühlen. Eine regelmäßige Meditation kann jedoch einen strukturierten Rahmen schaffen, in dem Aufmerksamkeit und Bewusstheit gezielt trainiert und vertieft werden.
Achtsamkeit und Meditation sind keine konkurrierenden Methoden. Sie können sich gegenseitig ergänzen. Meditation schafft einen regelmäßigen Übungsraum für Aufmerksamkeit und Bewusstheit, während Achtsamkeit diese Qualitäten in den Alltag integriert
Achtsamkeitsmeditation bezeichnet Meditationsformen, bei denen die bewusste Wahrnehmung des gegenwärtigen Erlebens eine zentrale Rolle spielt. Die Aufmerksamkeit kann beispielsweise auf den Atem, Körperempfindungen, Gedanken, Gefühle oder das gesamte gegenwärtige Erleben gerichtet werden.
Es gibt keine für alle Menschen gleichermaßen optimale Meditationsdauer. Für Anfänger kann eine kurze, regelmäßige Praxis sinnvoller sein als seltene, sehr lange Meditationen. Entscheidend ist vor allem, eine realistische Routine zu entwickeln und die Praxis kontinuierlich zu vertiefen.
Ja. Meditation kann über reine Entspannung hinaus als Weg der Selbsterforschung und Bewusstseinsentwicklung verstanden werden. Je nach Ansatz können dabei Fragen nach dem eigenen Erleben, innerer Freiheit, Verbundenheit, Mitgefühl, Liebe und dem eigenen Wesenskern eine Rolle spielen.
Grundsätzlich kann Meditation erlernt und praktiziert werden. Die passende Methode kann jedoch von den persönlichen Zielen, Voraussetzungen und Erfahrungen abhängen. Wer Meditation nicht nur für sich selbst praktizieren, sondern andere Menschen professionell begleiten möchte, benötigt darüber hinaus eine fundierte Ausbildung und eigene Meditationserfahrung.
Zusammenfassung:
Achtsamkeit und Meditation im Unterschied
Achtsamkeit und Meditation sind eng verbunden, aber nicht dasselbe. Achtsamkeit ist eine Haltung: Du nimmst den gegenwärtigen Moment bewusst und ohne Bewertung wahr, im ganzen Alltag und bei jeder Tätigkeit. Meditation ist ein Übungsweg mit vielen Methoden und Traditionen, der über die Präsenz hinausführt. Er führt zur Auflösung der Identifikation mit Gedanken und Gefühlen, zur Stille hinter den Gedanken und bis zur Erfahrung der Essenz. Achtsamkeit ist dabei die Grundlage jeder Meditation.
Nicht entweder-oder, sondern die Verbindung
Achtsamkeit ist nicht auf das Meditationskissen beschränkt, und Meditation ist mehr als ein Mittel zur Entspannung. Am wirkungsvollsten ist meist die Verbindung: Achtsamkeit als Haltung im täglichen Leben und Meditation als bewusster Übungsraum. Die im Alltag entwickelte Präsenz wirkt auf die Meditation, und die Meditation vertieft die Präsenz im Alltag. Ein bewährter Einstieg ist, 21 Tage lang eine gewählte Meditationsform zu üben und dann zu entscheiden, ob du bei ihr bleibst oder eine andere wählst.
So vertiefst du deine Praxis
Mit den Meditationsanleitungen kannst du direkt beginnen. Die Grundlagen findest du auf der Seite Meditation und Bewusstsein. Wenn du Meditation weitergeben und deinen eigenen Weg vertiefen möchtest, bietet das Institut für Spirituelle Psychologie eine zertifizierte Meditationslehrer-Ausbildung in den Hohen Tauern an. Denn bei Achtsamkeit und Meditation geht es nicht darum, mehr zu tun, sondern bewusster zu sein.
Über den Autor
Eckhart Wunderle ist Diplom-Psychologe und Gründer des Instituts für Spirituelle Psychologie. Seit 2007 leitet er die zertifizierte Meditationslehrer-Ausbildung – inzwischen im 37. Durchgang – und verbindet darin westliche Psychologie mit langjähriger Meditationserfahrung und Herzensarbeit. Genau diese Brücke zwischen psychologischem Fachwissen und spiritueller Praxis prägt seine Arbeit zu Themen wie Achtsamkeit, Meditation, Bewusstsein und dem Weg zur eigenen Essenz. Er ist Autor des Buches „Bewusstseinswandel für die neue Zeit“.
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