Meditation:
Spüren - Schauen – Lauschen
 

Einführung

Diese Alltagsmeditation ist von A.H. Almaas. Sie hilft uns, die Präsenz im täglichen Leben zu vertiefen. Diese Praxis kann sehr hilfreich sein und ist in allen Alltagssituationen anwendbar. Ob man in der Stadt oder in einem Kaufhaus unterwegs oder in einem Gespräch mit Jemanden, ob man in einem Wald spazieren geht, auf einer Wiese sitzt oder gerade in einem öffentlichen Verkehrsmittel unterwegs ist usw.

Sie kann zu einem Begleiter im Leben werden, auf den man schließlich nicht mehr verzichten möchte.Diese wertvolle Meditation braucht am Beginn viel Aufmerksamkeit und ist zunächst recht anspruchsvoll. Sie wird aber immer wohltuender und einfacher, je öfter wir sie praktizieren.

Anleitung

1. SPÜREN
Das Spüren ist die Grundlage der Meditation, denn die Basis ist immer der Körper. Wir lenken unsere Aufmerksamkeit auf unseren Körper und beginnen ihn ganz bewusst zu spüren.
Somit sind wir vom Verstand weg und im Körper angekommen, indem wir die Körperempfindungen spüren, bis der ganze Körper in unserem Bewusstsein präsent ist. Dabei spüren wir dann auch unseren Atem.
Dies ist bereits eine sehr wohltuende Erfahrung und bringt uns Ruhe und Zentrierung.
Sich Selbst zu spüren, d.h. den ganzen Körper spürend wahrzunehmen
ist eine Grundlage der Präsenz.
Wie wollen wir bei uns selbst sein, wenn wir nicht wirklich im Körper sind?

Am Anfang ist es für manche hilfreich, nur diesen ersten Teil der Meditation, das Spüren, zu praktizieren und dann allmähliche zum Schauen und Lauschen weiterzugehen.

2. SCHAUEN
Nachdem wir unseren Körper spüren, fügen wir das Schauen hinzu.
Wir schauen bewusst und nehmen bewusst war, was wir sehen.
Am Beginn ist es sehr hilfreich unfokussiert zuschauen (Panoramablick)

3. LAUSCHEN
Das Spüren ist die Basis und wird weiter aufrecht erhalten und auch das Schauen bleibt nun - und wir fügen nun das Lauschen hinzu.
Wir lauschen bewusst den Geräuschen, den Stimmen, den Vögeln usw. oder auch der Stille.
Was immer an unser Ohr dringt können wir hören und wir sind uns dessen bewusst, dass wir hören, lauschen.

Wenn wir in der Natur sind, ist folgende Reihenfolge besonders geeignet.

SPÜREN - LAUSCHEN - SCHAUEN

Man kann auch mit den verschiedenen Ebenen „spielen“, sie wechseln.
Z.B. einfach nur Spüren oder etwa, wenn wir in der Natur sind, das Spüren und das Lauschen verbinden, während die Augen geschlossen sind..

Mit dieser Meditation können wir im Alltag immer wieder und mehr und mehr im Augenblick, im Hier/Jetzt ankommen und verweilen.

Eine Variation für Geübte
In meiner Erfahrung hat sich folgende Variation bewährt.

1. Zuerst den Körper spüren

2. Dann den Atem wahrnehmen, einmal tief durchatmen

3. Dann sich bewusst entspannen, loslassen
(und den Atem seinem natürlichen Rhythmus überlassen)

Dann kann Schauen und Lauschen wie von selbst dazukommen oder man geht bewusst zu Schritt 2 und 3 der Originalversion weiter.

Das Spüren mit bewusstem Entspannen zu verbinden erleichtert die Präsenz, ganz natürlich.