Gehmeditation
 

Einführung

Bei der Gehmeditation liegt die Aufmerksamkeit in den Füssen und im Atem. Das ist sehr vorteilhaft und wirksam, denn die Füße sind am weitesten entfernt vom Verstand und damit sind wir wieder geerdet und der Atem bringt uns direkt zu uns selbst zurück. Die Gehmeditation kann man immer wieder auch zwischendurch anwenden und dabei erfahren, dass man sich darin gut und unterstützt fühlt.

Die Gehmeditation ist einerseits sehr einfach – aber nicht immer leicht. Eine Variation ist, wenn wir sie im Alltag im Stehen, Sitzen oder Liegen durchführen. In einer leichteren Form können wir auch einfach nur den Atem beobachten.
Es ist die wohl einfachste Art, in´s Jetzt zurückzukehren.


Anleitung

  • Beim Gehen nehmen wir mit unserer Aufmerksamkeit die Füße wahr.
  • Wir spüren in unsere Füße, wie sie den Boden berühren.
  • Wir spüren die Empfindungen in den Füssen und den Kontakt mit dem Boden, der Erde.
  • Wir gehen in einer angemessenen Geschwindigkeit, eher langsamer als wir es gewöhnt sind.
  • Während wir die Füße beim Gehen spüren erweitern wir unsere Aufmerksamkeit auf den Atem.

Wir spüren die Füße und den Atem. In der Regel stellt sich dann von selbst die passende Geschwindigkeit des Gehens ein. Wir können das Gehen aber auch bewusst verlangsamen, wenn es sich gut anfühlt und uns unterstützt.


Verlangsamung

Die Verlangsamung ist generell eine wertvolle Methode für die Achtsamkeit im Alltag. Da wir sehr oft oder sogar meistens zu schnell unterwegs sind – aus Gewohnheit – ist es geradezu entspannend und erholsam öfters unsere Geschwindigkeit „herunterzufahren“. Wir drosseln die Geschwindigkeit, bis wir uns gelöst und natürlich fühlen.Diese Praxis ist erfolgreich beim Gehen, in der Kommunikation sowie auch beim Handeln.
Dann haben wir mehr vom Leben!

Gehmeditation von Thich Nhat Hanh

„Geh-Meditation ist eine Übung, während des Gehens meditativ zu sein. Du kannst friedvoll und glücklich sein, während du übst. Gehe und stelle dir vor, du seist der glücklichste Mensch der Welt. Wenn du das kannst, wird dir Geh-Meditation gelingen. Für diese Meditation musst du kein bestimmtes Ziel vor Augen haben. Daher besteht kein Grund, dich zu beeilen. Das Gehen ist Selbstzweck. Es ist wichtig, dass jeder Schritt, den du tust, dich friedvoll und glücklich stimmt. Jeder Schritt bringt dich dabei ins Jetzt, in den einzigen Moment, in dem du tatsächlich lebst.
Vermeide es, Sorgen und Ängste in deine Schritte zu geben, sondern gib ihnen Gelassenheit, Glück und Frieden mit.
Es wird dir möglich sein, das zu tun. Triff Vorsorge, dass du es wirklich willst. Wenn Schritte nicht von Glück und Frieden getragen sind, würdest du mit erwachten Augen die Sorgen, die Angst und Beklemmung dessen sehen können, der seine Spuren hinterließ. Lerne es, Schritte zu tun, in denen statt Spuren von Furcht oder Beklemmung, nur Frieden und Freude enthalten sind.“

Ich bin angekommen – ich bin zuhause

Thich Nhat Hanh gibt uns auch eine bestimmte Form der Gehmeditation.
Darin verbinden wir beim Gehen bestimmt Worte bzw. Gedanken mit dem Atem.

Einatmend sagen wir „Ich bin angekommen“
Ausatmend sagen wir „Ich bin zuhause“


Das meint, dass wir im Jetzt angekommen bzw. zuhause sind. Die Worte können uns helfen, die Aufmerksamkeit in´s Jetzt zu bringen und im Verstand ist kein Platz mehr für andere, ablenkende Gedanken. Während wir diese Worte mit dem Atem kombinieren, gehen wir beim Einatmen und beim Ausatmen jeweils einen Schritt oder einige Schritte, je nachdem, wie es für uns passend ist. Es ist das Beste durch die eigene Praxis herauszufinden, welche Meditation einem liegt und dir unmittelbar „was bringt“.

Viele gute Erfahrungen damit!